Es wird mal wieder Zeit zu berichten. So ganz viele aufregende Sachen passieren ja im Schulalltag in der Regel nicht. Hier einige unserer Mitschüler. Vor Urzeiten hat hier mal Sonntagsschule stattgefunden, davon hängen noch die Schäfchen an der Wand.
Trotzdem wird es uns hier nicht langweilig. So aus den Koffern zu leben, die wir mit dem Flugzeug als Fluggepäck bei uns hatten ist schon gewöhnungsbedürftig. Aber man merkt auch schnell, mit wie wenig man auskommen kann. Am letzten Freitag kam dann die Nachricht, dass unser Gepäck abholbereit sei. 4 Monate lagen die Sachen jetzt fast im Hafen. Am Samstag Morgen sind sie nun endlich hier angekommen, wie es aussieht auch unversehrt und mit einem 5cm dicken Stapel Papiere, die für die Zollbearbeitung erforderlich waren. Das Ganze hat dann aber noch erhebliche Kosten (4000R$) an Lagergebühren im Hafen verursacht. Dafür sind wir der Reederei Hamburg-Süd umso dankbarer, dass wir keine Frachtkosten bezahlen mussten. Bei unserem Freund Nelsinho in der Autowerkstatt sind die Kisten erst mal zwischengelagert bis wir unser neues Apartment bezogen haben.
Ja, auch das hat sich an diesem Wochenende geklärt: wir können eine Wohnung beziehen, die heller, ruhiger, näher an der Schule und zudem noch wesentlich billiger ist. Das ist mal wieder Gottes Maßarbeit, denn was sollten wir in der alten Wohnung mit unseren Sachen, wir hätten gar keinen Platz gehabt. Dafür brauchen wir sie jetzt umso dringender, weil die neue Wohnung leer ist. Es heißt also jetzt auf die Suche gehen, nach gebrauchten Möbeln, die wir kaufen oder leihen können. Dabei hilft uns Maura, eine liebe Freundin aus der Gemeinde.
Viele Menschen leben in Sao Paulo und in allen grösseren Städten Brasiliens aus Sicherheitsgründen hinter Gittern. Bei grösseren Häusern sitzt am immer geschlossenen Gitter Tag und Nacht ein Wächter, der nur hineinlässt wen er kennt oder der von inem Bewohner angemeldet wurde. Bis jetzt haben wir selbst noch kein negatives Erlebnis gehabt. Auch dafür sind wir Gott sehr dankbar.
Ansonsten machen wir langsam Fortschritte in der Sprache, ganz einfache Telefonate klappen schon, im Gottesdienst verstehen wir auch immer mehr und selbst mit Leuten, die Deutsch können, sprechen wir immer mehr portugiesisch. Trotzdem würden wir manchmal gerne das Sprachwunder von Pfingsten selbst erleben. Gestern fragte uns jemand im christlichen Bücherladen, nachdem wir kurz miteinander gesprochen hatten, ob wir aus Rio Grande do Sul kämen. Dort spricht man scheinbar mit sehr stark deutschem Akzent…
In unserer Schulpause in der vorletzten Woche waren wir 3 Tage in Rio de Janeiro. Kurzentschlossen hatten wir einen Kurztrip gebucht. Es ist schon interessant, dass uns hier Sachen einfallen, die wir zu Hause nicht gewagt hätten. Das hieß natürlich dann auch, mit der Sprache alleine durchzukommen. Aber die Menschen machen es uns hier wirklich leicht. Die Zeit dort war sehr interessant. Die Menschen in Rio sind wieder ganz anders als hier in Sao Paulo. Die Busfahrer fahren noch viel verrückter als hier, nachts sind die Strassen noch ein bisschen gefährlicher, aber landschaftlich ist Rio ein Traum. Wir hatten tolles Wetter, so dass wir Rio nachts vom Pão de Açucar (Zuckerhut, eigentlich Zuckerbrot) sehen konnten. Natürlich waren wir auch auf dem Corcovado, auf dem die bekannte Christusstatue steht. Es wäre schon toll, wenn Christus im Leben der Leute die große Rolle spielen würde, die die Statue touristisch hat.
Während des Trips nach Rio haben wir Kontakt zum Repräsentanten des Landes Bayern in Brasilien bekommen, Er bereitet Delegationsreisen für bayerische Unternehmen und sonstige Vertreter vor und ist auch regelmäßig in Recife. Er gab uns den wichtigen Tipp, doch mal mit der Vertretung in Recife für unser Projekt Kontakt aufzunehmen. Dort werden immer mal wieder Firmen mit Projekten für eine Förderung in Verbindung gebracht. Wer weiß, vielleicht ergibt sich hier ein hilfreicher Kontakt für Levante.
Soweit mal wieder für heute, in den nächsten Tagen werden wir erst mal umziehen.
Danke für euer Interesse und die vielen Gebete und auch eure finanzielle Unterstützung
Für alle, die weiter für uns beten hier einiges wo wir besonders Gott danken, aber auch Unterstützung brauchen:
Dank
-dass das Gepäck heil angekommen ist,
-für Gottes Schutz auf Busfahrten und Schulweg
-für Ermutigung und Hilfe durch Geschwister aus der Gemeinde und andere Missionare
-für die neue Wohnung
Bitte
-für eine gute, konfliktfreie Regelung um aus der bisherigen Wohnung herauszukommen
-um immer wieder neue Energie zum Sprachelernen
-um Schutz auf allen Wegen in Sao Paulo, so dass wir uns ohne Angst, aber nicht leichtsinnig, bewegen können
-um Weisheit im Umgang mit den Bettlern in den Bussen und auf dem Schulweg
-um Besserung für Elkes Schulter
-für unseren Sohn Stefan, dass sein weiterer beruflicher Weg klar wird
-für eine Besserung der finanziellen Situation der Allianz-Mission
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